Regelkunde



Das Einradfahren gehört zum Kunstradfahren und stellt das Pendant zum Vierer- und Sechser-Kunstradfahren dar.
In dieser Disziplin geht es um Synchronität und Ästhetik.
Eine Mannschaft mit vier oder sechs Personen muss dabei auf dem Einrad 23 (20 bei Schülern) verschiedene Übungen,
die fließend aneinander gehängt werden, innerhalb von fünf Minuten auf einer Fläche von 11 auf 14 Metern vorzeigen.

Die Fahrfläche ist ein Hallenboden und muss bei Wettkämpfen 11 m x 14 m groß sein.
Sie wird durch Seitenlinien begrenzt, diese dürfen nicht überfahren werden.
Um den Mittelpunkt (Kreis mit 0,5 m Durchmesser) sind zwei Kreise mit einem Durchmesser von 4 m und 8 m aufgezeichnet.
Am Vier-Meter-Kreis befinden sich vier senkrechte Striche, die den gleichen Abstand haben.
Eine Übung muss eine Runde oder eine 8 (= Wechselrunde) lang gezeigt werden.
Bei der normalen Runde muss man außerhalb des Vier-Meter-Kreises fahren.
Bei einer Wechselrunde muss zweimal über den Mittelpunkt gefahren werden, und die beiden Kreise müssen jeweils einen Radius
von 2 m aufweisen.


"Artisticcycling ridingarea".
Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

 

a) Länge: 14m

b) Breite: 11m

c) Innerer Kreis: 0,5m Durchmesser

d) Mittlerer Kreis: 4m Durchmesser

e) Äußerer Kreis: 8m Durchmesser

f) Viertel Streifen: 0,5m Länge

 


Die Übungen werden aus einem international geltenden Reglement ausgewählt.
Sie müssen für die Kür vorausgewählt und bei der Jury mithilfe der standardisierten Wertungsbögen eingereicht werden.
Jede Übung hat einen Punktwert, welcher die Schwierigkeit der Übung berücksichtigt.
Die Summe aller Schwierigkeiten bezeichnet die aufgestellte Schwierigkeitspunktzahl im Wertungsbogen.
Diese Schwierigkeitspunktzahl ist der Ausgangswert für einen Wettkampf.

Wettkämpfe werden verschiedenen Klassen ausgetragen, in den Altersklassen Schüler, Junioren und Elite wird jeweils nach Geschlecht getrennt gestartet.
Wird der vorgegebene Ablauf der Kür nicht eingehalten, gibt es Abzüge. Für die Abzüge ist die Jury verantwortlich.
Eine Jury setzt sich zusammen aus zwei bis drei Wertungsrichtern als Ansager (Wertung) und zwei bis drei Wertungsrichtern als Schreiber.
Diese bewerten fortlaufend die Kür.

Die Kür selbst läuft nach strengen Vorgaben ab.
Betreten der Fahrfläche, Begrüßung der Zuschauer durch Knicks oder Verbeugung und Einnahme der Startposition.
Dann signalisiert der Kommandogeber der Mannschaft durch das Signalwort "Start" an den Zeitnehmer (ein Mitglied der Jury)
den Beginn der Kür. Ab jetzt muss binnen fünf Minuten das Programm absolviert werden.
Beim Fahren müssen die Arme stets gerade zur Seite ausgestreckt werden.
Unterbrechungen der Zeitnahme gibt es nur in absoluten Ausnahmefällen, z. B. bei technischen Problemen mit dem Rad oder bei Verletzungen eines Sportlers.

Es gibt Abzüge bei der Schwierigkeit:
  • wenn die Übung nicht die komplette Wegstrecke gezeigt wird
  • bei Nichteinhalten der Reihenfolge
  • wenn die Übung nicht korrekt ausgeführt wird
  • bei Zeitüberschreitung

  • Weiterhin gibt es Abzüge für die Ausführung:
  • bei sichtbaren Unsicherheiten (Haltung, Fahrstil, unregelmäßiger Tritt, Streckfehler, Schlenker...)
  • bei unsauberer Ausführung
  • bei Überfahren der Flächenbegrenzung
  • bei unkorrektem Abgang vom Rad (Fallenlassen des Rades am Ende der Kür)
  • bei Stürzen

  • Sieger ist, wer die meisten Punkte ausfährt.

    Die internationalen Regeln werden von der Union Cycliste International (UCI) aufgestellt.
    Der UCI gehören die nationalen Radsportverbände an.

     

     

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